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Anregungen und Inspirationen in dieser besonderen Zeit:

Inzwischen können wir zum Glück wieder in eingeschränktem Maße unterrichten. Die Konzerte sind jedoch nach wie vor bis auf Weiteres abgesagt. Das ist sehr schade, aber notwendig. Wir möchten Ihnen gerne in dieser kulturarmen Zeit eine täglich Inspiration anbieten, die zum Nachdenken anregt, Interesse weckt und vielleicht Spaß macht. In jedem Fall hoffentlich ein kultureller Impuls sein kann.

 

 

Impulse für den Tag

2.6.2020

Gestört

Um acht, als seine werte Sippe

Noch in den Federn schlummernd lag,

Begrüßt er von der Felsenklippe

Bereits den neuen Frühlingstag.

 

Und wie die angenehme Sonne

Liebreich zu ihm herniederschaut,

Da ist in süßer Rieselwonne

Sein ganzes Wesen aufgetaut.

 

Es schmilzt die schwere Außenhülle,

Ihm wird so wohl, ihm wird so leicht.

Er schwebt im Geist als freier Wille

Hinaus, so weit das Auge reicht.

 

Fort über Tal, zu fernen Hügeln,

Den strom entlang, bis an das Meer,

Windeilig, wie auf Möwenflügeln,

Zieht er in hoher Luft einher.

 

Hier traf er eine Wetterwolke.

Die wählt er sich zum Herschersitz.

Erhaben über allem Volke

Thront er in Regen, sturm und Blitz.

 

Oh we, der Zauber ist zu Ende.

Durchweicht vom Hut bis in die Schuh,

Der Buckel steif und lahm die Lende,

So schleicht er still der Heimat zu.

 

Zum Trost für seine kalten Glieder

Empfängt ihn gleich ein warmer Gruß.

Na, hieß es, jetzt bekommst du wieder

Dein Reißen in den Hinterfuß.

Wilhelm Busch

 

Dazu heute hier "après un rêve" von Gabriel Fauré mit Barbara Hendrix

 

 

 

 

 

1.6.2020

Große Nächte

Die gelben Lilien und die lilanen Lupinen,

Kastanien blühn und Fliederbaum.

Spät blühn Holunder und Robinen

Und drängen weiß in unseren Traum.

Im Juni, in den großen Nächten,

macht manches Mal ihr Duft uns wach.

Was wir an Süße da genießen,

Geht uns noch im Dezember nach.

Eva Strittmatter

 

Hören Sie hier den Gesang einer Nachtigall, damit Sie sie in Zukunft erkennen können ;-)

und hier den Sommernachtstraum von Felix Mendelssohn Bartholdy. Genießén Sie den Abend!

 

31.5.2020

Heute können Sie wieder unterschiedliche Stimmen und Zeiten erhören.Dazu haben wir das "Ständchen" von Richard Strauss ausgewählt. Ich wünsche Ihnen viel Genuss beim Lauschen. Hören sie es hier mit Lotte Lehmann, hier mit Irmgard Seefried 1953, hier mit Lisa Della Casa 1963, hier mit Margareth Price 1986, hier mit Diana Damrau 2010, und hier mit Christiane Karg von 2014.

 

30.5.2020

Kurz bevor es zu spät ist, hören Sie heute hier Peter Tschaikowsky "Mai, weiße Nächte" aus seinen Jahreszeiten, mit Sviatoslav Richter.

Morgen wieder mehr zu den Sängern.

 

29.5.2020

Das Lächeln, dass du aussendest, kehrt zu dir zurück!

aus Indien

 

Hören Sie heute unterschiedliche Interpretationen der "Liebesbotschaft" aus dem Schwanengesang von Franz Schubert in unterschiedlichen Zeiten von unterschiedlichen Sängern: hier mit Heinrich Schlusnuss 1942,

 hier Hans Hotter 1954, hier mit Dietrich Fischer Dieskau 1962, hier mit Hans Peter Blochwitz 1992 und hier mit Ian Bostridge von 2008.

 

28.5.2020

Alles ist aus dem Wasser entsprungen!

Alles wird durch das Wasser erhalten!

Ozean, gönn uns dein ewiges Walten.

Wenn du nicht Wolken sendetest,

Nicht reiche bäche spendetest,

Hin und her nicht Flüsse wendetest,

Die Ströme nicht vollendetest,

Was wären die Gebirge, was Ebenen und Welt?

Du bist's, der das frischeste Leben erhält!

Johann Wolfgang von Goethe

 

Dazu heute "Au bord du l'eau" von Gabriel Faure, hier mit Regine Crespin und hier mit Veronique Gens.

Und Schubert "Auf dem Wasser zu singen", hier mit  Christa Ludwig und hier mit Sumi Jo.

In den unterschiedlichen Aufnahmen wird in beiden Stücken wird hörbar, wie sich im Laufe der Zeit, die Ästhetik des Singens verändert hat. Das werden wir in den nächsten Tagen weiter verfolgen.

 

27.5.2020

Sieh! Das ist Liebe!

Sieh, das ist Liebe, himmelwärts zu fliegen,

In jedem Nu die Schleier zu besiegen,

Im ersten ganz den Atem anzuhalten,

Im letzten dann den Fuß zurückzuhalten,

Die Welt als Unsichtbares zu betrachten,

Das eig'ne Seh'n als Sehen nicht zu achten.

"Oh Herz", so sprach ich, "möge es dir frommen,

Im Kreis der Liebenden nun angekommen,

Von jener Richtung aus die Welt zu sehen,

Tief in die Winkel deiner Brust zu gehen.

Was für ein Hauch rührt, Seele, dich mit Schmerzen?"

Dschalal al-Din Rumi

 

Und dazu hören Sie hier Schuberts "Suleika 1" mit Marjana Lipovsek, begleitet von Elisabeth Leonskaja.

 

 

26.5.2020

Halte dich fern von denjenigen, die versuchen, deinen Ehrgeiz herabzusetzen.

Kleingeister tun das immer, aber die wirklich Großen geben dir das Gefühl,

dass auch du selbst groß werden kannst.

Mark Twain

 

hören sie heute Aron Copland, hier mit Siple Gifts aus Appalachian Spring.

25.5.2020

Sehen Sie heute hier, gleichsam durch den Spiegel, wie Pablo Picassos Kunst entsteht, der zwar in Spanien geboren wurde, aber den Großteil seines Lebens in Frankreich lebte.

und lauschen Sie hier einer französischen Ikone

 

24.5.2020

Im Wesen der Musik liegt es, Freude zu bereiten.

Aristoteles

 

Genießen Sie dazu hier J.S.Bach, aus seinem Magnificat die Arie "Et exsultavit" mit Magdalena Kozena

oder, als kleines Kontrastprogramm: Sea Song von Ralph Vaughan Williams.

23.5.2020

Also doch...?

Wenn der holde Frühling lenzt

Und man sich mit Veilchen kränzt,

Wenn man sich mit festem Muth

Schnittlauch in das Rührei thut,

Kreisen durch den Menschen Säfte

Neue, ungeahnte Kräfte - 

 

Jegliche Verstopfung weicht,

Alle Herzen werden leicht,

Und das meine fragt sich still:

"Ob mich dies Jahr einer will?"

Frederike Kempner

 

Passend zum Wochenende hier und hier

 Viel Vergnügen!

 

 

22.5.2020

Pardon, gestern hat der Link nicht funktioniert,- nun sollte es klappen.

 

Ich will mit dem gehen, den ich liebe

Ich will mit dem gehen, den ich liebe.

Ich will nicht ausrechnen, was es kostet.

Ich will nicht nachdenken, ob es gut ist.

Ich will nicht wissen, ob er mich liebt.

Ich will mit ihm gehenm, den ich liebe.

Berthold Brecht

 

Dazu passend heute: Widmung von Robert Schumann hier mit Diana Damrau von 2008, und hier mit Peter Schreier von 1975 und hier mit Gerard Souzay von 1960.

 

21.5.2020

Lassen Sie sich heute hier überraschen und in die Ferne tragen. Viel Vergnügen!

20.5.2020

Die Nacht

Aus dem Walde tritt die Nacht,

Aus dem bäumen schleicht sie leise,

Schaut sich um in weitem Kreise,

Nun gib acht.

 

Alle Lichter dieser Welt,

Alle Blumen, alle Farben

Löscht sie aus und stielt die Garben

Weg vom Feld.

 

Alles nimmt sie, was nur hold,

Nimmt das Silber weg des Stroms,

Nimmt vom Kupferdach des Doms

weg das Gold.

 

Ausgeplündert steht der Strauch,

Rücke näher, Seel an Seele;

Oh die Nacht, mir bangt sie stehle

Dich mir auch.

Herman von Gilm

 

Hier zu hören in der Vertonung von Richard Strauß mit Kiri Te Kanava und Sir Georg Solti

 

19.5.2020

Jeder möchte die Kunst verstehen. warum versucht man nicht, die Lieder eines Vogels zu verstehen zu verstehen? Warum liebt man die Nacht, die Blumen, alles um uns herum, ohne es durchaus verstehen zu wollen?

Aber wenn es um ein Bild geht, danken die Leute, sie müssten es "verstehen".

Pablo Picasso

 

Vermutlich kennen Sie das 1 Klavierkonzert von Tschaikovsky, hören Sie hier das weniger bekannte 2. Klavierkonzert. Viel Vergnügen!

 

18.5.2020

Nachtrag:

Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.

Aristoteles

 

17.5.2020

Ein Weiser wurde gefragt,

welches die wichtigste Stunde sei, die der Mensch erlebt,

welches der bedeutenste Mensch sei, der ihm begegnet,

und welches das notwendigste Werk sei.

Die Antwort lautete:

Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart,

der wichtigste Mensch immer der, der mir gerade gegenüber steht,

und das notwendigste Werk ist immer die Liebe.

Meister Eckhart (um 1260 - 1327)

 

Und hören Sie heute ein Gedicht von Rückert, "Liebst du um Schönheit", in der Vertonung unterschiedlicher Komponist*innen, hier von Clara Schumann und hier von Gustav Mahler.

 

16.5.2020

Nach der Rückkehr aus Italien

So hab ich dich gesehn, genossen,

Du Land, wo Myrt und Lorbeer weht.

Des Schönen Heimat und des Großen,

Wo Lebenskeim aus Gräbern sprossen,

Des Träumers Traum verwirklicht.

Franz Grillparzer

 

Hier ein adäquater Abschluss des kleinen Ausflugs nach Italien, mit unserem alten Chef Zubin Mehta in seinem Element.

 

Wenn Sie mögen, hören Sie  hier eine alte Aufnahme von Othello 1976 (Giuseppe Verdi) mit Placido Domingo, Mirella Freni, Piero Capucilli und Carlos Kleiber am Pult. Der Beginn ist der berühmte Gewitterchor, in dem die von Monteverdi und seinen Kollegen eingeleitete Intensität (hier Gefahr, Angst) deutlich spürbar wird. Wenn Sei mögen klicken Sie immer mal hinein,- falls Sie keine Zeit haben, es ganz zu hören. z.B. bei 1.10 die große Szene zwischen Othello und Desdemona, bei 1.48 hören Sie das Gebet der Desdemona.

15.5.2020

Heute gibt es hier eine "Reise" in die südliche Toskana. Ich wünsche viel Vergnügen.

Und dazu Musik von Richardo Broschi (1689 - 1756), hier in einem Ausschnitt aus dem Film Farinelli. Dieser Film berschreibt sehr eindrücklich das schicksalhafte Leben eines Castraten und ist unbedingt sehenswert, wenn man diese Zeit und ihre Ästhetik begreifen will.

 

14.5.2020

Der italienische Dichter und Philosoph Dante Alleghieri (1265 - 1321) sagt:

"Je vollkommener eine Sache, desto empfindlicher ist sie für gute und böse Behandlung"

 

Hören Sie heute hier Musik von Carlo Gesualdo (1566-1630) einen der berühmtesten Komponisten für italienische Madrigale. Nachdem er seine Frau und deren Liebhaber umgebracht hat, saß er lange im Gefängnis Dort komponierte er die schönsten Madrigale. Später gründete er ein Kloster.

 

13.5.2020

Ab heute möchten wir Sie mit auf eine Reise nach Italien nehmen:

 

Kennst du das Land

Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,

im dunklen Laub die Goldorangen glühn,

ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,

die Myrte still und hoch der Lorbeer steht?

Kennst du es wohl?

Dahin, dahin

möcht ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn!

 

Kennst du das Haus, auf Säulen ruht sein Dach,

es glänzt der Saal, es schimmert das Gemach,

und Marmorbilder stehn und sehn mich an:

was hat man dir, du armes Kind, getan?

Kennst du es wohl?

Dahin, dahin möcht ich mit dir, o mein Beschützer ziehn.

 

Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg?

Das Maultier sucht im Nebel seinen Weg,

In Höhlen wohnt der Drachen alte Brut,

es stürzt der Fels und über ihn die Flut:

kennst du ihn wohl?

Dahin! dahin geht unser Weg; o Vater, laß uns ziehn!

Johann Wolfgang von Goethe

 

 

Hören Sie dazu Musik von Claudio Monteverdi (1567 - 1634), dem Komponisten, der eine der ersten Opern komponiert hat und damit einer anderen Emotionalität in der Musik die Türen geöffnet hat. Hören Sie hier einen Teil seines Orfeos, und wenn Sie mögen, hier eine Reportage über ihn.

 

12.5.2020

Musik ist das Unsagbare.

Bedrich Smetana

 

Heute möchten wir Ihnen einen nicht sehr bekannten aber erlesenen Pianisten vorstellen: Igor Zhukov, der besonders der Musik von Alexander Skjabin und dessen eigener musikalischer Sprache eine Unmittelbarkeit verleiht, die ihres Gleichen sucht. Es gibt natürlich auch andere Aufnahmen mit ihm,- (vielleicht an anderer Stelle mehr.)

Hören Sie ihn heute hier mit Skjabin. Hören Sie sein Legato?

 

11.5.2020

Hallo, Schwan!

Schon lange vor der Eisenbahn

gab's als Transportmittel den Schwan.

Wolltst du verreisen noch so weit:

ein Schwan mit Kahn stand stets bereit!

Du nanntest ihm das Endziel bloß,

stiegst ein und, hui, schon ging es los!

 

Nun war -  ganz in der Näh vom Grale-

so eine Art von Schwan Zentrale,

in der erregt ein Herr erschien

und rief: "ich bin der Lohengrin!

Und haben Sie wohl an der Hand

'nen Schwan? Ich muss gleich nach Brabant!

Ich bitte um ein schnelles Tier,

den Elsa ruft schon sehr nach mir!

Auch hätt ich - sagen Sie's der Leitung! -

den Schwan gern mit Musikbegleitung!" -

 

Was weiter war - und wie's gewesen,

bitt ich bei Wagner nachzulesen!

Heinz Erhardt

 

Hören Sie heute eine der bewegendsten Szenen aus Wagners Lohengrin, hier mit Jonas Kaufmann und Annette Dasch in der legendären Spielzeiteröffnung von der Scala in Mailand 2013.

 

10.5.2020

liegen, bei dir

ich liege bei dir, deine arme

halten mich. deine arme

halten mehr als ich bin.

deine arme halten, was ich bin

wenn ich bei dir liege und

deine arme mich halten.

Ernst Jandl

 

Hören Sie heute zum Abschluss der Cello-Reihe mit Pablo Calsals eine Ikone des Cellos, hier mit der Bach Suite Nr 1, auch quasi in einem "Hauskonzert",

mit der Aufnahmetechnik von 1954.

Und wenn Sie viel Zeit haben, hier mit einem Konzert im Weißen Haus 1961

 

9.5.2020

Nachtrag!

 

Wer es könnte

Wer es könnte

die Welt

hochwerfen

daß der Wind

hindurchfährt.

Hilde Domin

 

Hören Sie heute hier Sol Gabetta mit einer Chopin Etüde.

 

8.5.2020

Zunächst: Bitte entschuldigen Sie die immer wider auftauchenden Rechtschreibfehler.

 

Wehe, so willst du mich wieder

Wehe, so willst du mich wieder,

hemmende Fessel, umfangen?

Auf und hinaus in die Luft

ströme der Seele Verlangen.

Ströme dem Wind nur entgegen,

dass er die Wange dir kühle,

grüße den Himmel mit Lust!

Werden sich bange Gefühle

im Unermesslichen regen?

Atme den Feind aus der Brust!

August von Platen

 

Heute hören Sie hier Mischa Majsky und Martha Argerich mit dem 1. Satz  der Cello- Sonate von Edvard Grieg,

und ebendiese mit Inbal Segev und Juho Pohjonen hier.

Sie mögen sich fragen, warum gerade Cello im Singkulturhaus? Es geht um das Erleben von LEGATO, Sie wissen, das sängerische Zauberwort! Was natürlich auf jedem Instrument, sogar am Klavier möglich ist und mit dem wir versuchen, dem Spannungsbogen, den die Musik uns vorgibt, so nah wie möglich zu kommen. Und uns damit mit ihr zu verbinden!

 

7.5.2020

 

Musik ist nicht sichtbar,

wie die Seele im Körper nicht sichtbar ist.

Alles Erschaffene schwingt und klingt in

unendlichen Kreisen ineinander und miteinander:

der Tanz der Gestirne, der Tanz der Atome,

der Tanz der Seele; alles singt das erhabene Lied

der Schöpfung. In allem ist Musik verborgen,

wie die Seele im Körper.

Hazrat Inayat Khan

 

Auch heute hören Sie einen kroatischen Cellisten,- Luca Sulic, hier mit der Vokalise von Rachmaninov (trotz des "besonderen Cellos")

 

6.5.2020

heute gibt es 2 x youtube,- hören Sie hier Josef Boys.

Und hören Sie den Cellisten für heute: Stjepan Hauser, ein kroatischer junger Mann, hier in einem Konzert in Zagreb.

 

5.5.2020

Musik macht das Herz weich.

Ganz still und ohne Gewalt

macht sie die Tür zu Seele auf.

Sophie Scholl

 

Ab heute gibt es eine kleine Reihe mit besonderen Cellisten.

Wir beginnen natürlich mit dem Grand Seigneur: Mstislav Rostropovich, hören Sie ihn hier mit Richard Strauß " Don Quizote", der Berliner Philharmonikern unter Herbert von Karajan.

 

Special für Fans der Stadtoper: heute vor einem Jahr war die letzte Vorstellung der Weissen Rose im Museum Wilhelm Morgner. Wenn Sie mögen, erinnern Sie sich hier an die Musik mit der Arie der Sophie "einmal, noch einmal"

4.5.2020

Das Lächeln der Mona Lisa

Ich kann den Blick nicht von dir wenden.

Denn über deinem Mann vom Dienst

hängst du mit sanft verschränkten Händen

       und grienst.

 

Du bist berühmt wie jener Turm von Pisa,

dein Lächeln gilt für Ironie.

Ja.... warum lacht die Mona Lisa?

Lacht sie über uns, wegen uns, trotz uns, mit uns,

                                                  gegen uns-

            oder wie - ?

 

Du lehrst uns still, was zu geschehn hat.

Weil uns dein Bildnis, Lieschen, zeigt:

        Wer viel von dieser Welt gesehn hat -

        der lächelt, legt die Hände auf den Bauch

                                                   und schweigt.

Joachim Ringelnatz

 

Heute mal hier wieder etwas ganz anderes ;-)

 

3.5.2020

Die Nachtigall

Das macht, es hat die Nachtigall

die ganze Nacht gesungen;

da sind in ihrem süßen Schall,

da sind in Hall und Widerhall

die Rosen aufgesprungen.

 

Sie war doch sonst ein wildes Blut,

nun geht sie tief in Sinnen,

trägt in der Hand den Sommerhut

und duldet still der Sonne Glut

und weiß nicht, was beginnen.

 

Das macht, es hat die Nachtigall

die ganze Nacht gesungen;

da sind von ihrem süßen Schall,

da sind in Hall und Widerhall

die Rosen aufgesprungen.

Theodor Storm

 

Und  hören Sie dazu die Musik von Alban Berg aus: 7 frühe Lieder, hier mit Jessy Norman, hier mit Hildegard Behrens, und hier (ab Minute 5.31 )mit SumiHwang und  unglaublich subtil beleitet von Helmut Deutsch am Klavier.

 

Wenn Sie eine Nachtigall hören wollen, kann dies in den wärmeren Nächten der kommenden Wochen im Park der Stadthalle oder dem "Zaubergarten" hinter dem Schlachthof gelingen.

 

 

2.5.2020

Aus aktuellem Anlass! Wir sind sehr froh und dankbar über die neueste Enwicklung!

 

Sonett:

Auf Wieder-hören

Hör zu! Wir wollen uns erst wieder hören

eh wir uns wieder-sehn! Du kommst geweht

und hältst die Türe fest und "Margaret"

so rufst du leis "ist da und will dich stören!"

 

Drauf ich, mich zwingend, nicht mich zu empören

wider das Spiel, das ich ja selbst erfleht:

Oh Geisterstimme, liebe, dein Poet

vernimmt dich, aber lässt sich nicht betören!

 

"Kein Geisterspuk" so zürnst du zärtlich her.

"So sieh doch nach, ob nur mein Geist dich narrt,

ob so viel Liebe ein Gespenst ertrüge!"

 

Da spring ich auf, da schau ich deine Züge,

da halt ich deine ganze Gegenwart-

und fasse dich und lasse dich nicht mehr.

Christian Morgenstern

 

 Georg Friedrich Händel: Singe Seele! Hier in einer Aufnahme mit einem jungen Norweger Aksel Rykkwin als Sopran. Inzwischen ist er durch den Stimmbruch und begint als Bariton seinen Weg zu machen.

 

 

1.5.2020

Wieder hat ein neuer Monat begonnen.

 

Wandlung ist notwendig, wie die Erneuerung der Blätter im Frühling!

Vincent van Gogh

 

Heute laden wir Sie ein, selber Musik zu machen: summen oder singen Sie mal wieder Ihr Lieblingslied, genießen Sie es! Und summen geht auch noch am späten Abend.

Das tut, erwiesener Maßen, gerade in fordernden Zeiten Körper, Geist und Seele gut. Es stärkt Ihr Immunsystem und hilft dem Stressabbau. Sodass Sie heile durch diese Zeit kommen und dem Virus immer etwas entgegenzusetzen haben ;-)!

 

30.4.2020

Andres Maienlied

Die Schwalbe fliegt, der Frühling siegt

und spendet und Blumen zum Kranze;

bald huschen wir, leis aus der Tür

und fliegen zum prächtigen Tanze.

Ein schwarzer Bock, ein Besenstock,

die Ofengabel der Wocken

reißt uns geschwind, wie Blitz und Wind,

durch sausende Lüfte zum Brocken.

 

Um Beelzebub tanzt unser Trupp

und küsst ihm die kralligen Hände!

ein Geisterschwarm fasst uns am Arm 

und schwinget im Tanzen die Brände!

Und Beelzebub verheißt dem Trupp

der Tanzenden Gaben auf Gaben: 

sie sollen schön in Seide gehn

und Töpfe voll Goldes sich graben.

 

Ein Feuerdrach umflieget das Dach

und bringet uns Butter und Eier.

Die Nachbarn dann sehn, die Funken wehn,

und schlagen ein Kreuz vor dem Feuer.

Die Schwalbe fliegt, der Frühling siegt,

die Blumen erblühen zum Kranze.

Bald huschen wir leis aus der Tür,

juchheißa zum prächtigen Tanze. 

Hölty

 

Hören Sie es hier gesungen in einer Komposition von Felix Mendelssohn Bartholdy

 

Heute ein Special für alle StadtOpern Freunde:

Genau vor 15 Jahren haben wir alle die legendäre Premiere der Zauberflöte hier in Soest erlebt.

Morgens um 9.30 gng unser Telefon: "ich glaube die Königin singt heute nicht.."

Ein spannender Tag und ein Wunder-volles Erlebnis für alle die da waren.

Wenn sie mögen, machen Sie es sich bequem und hören Sie hier die Overtüre!

 

29.4.2020

Trübes Wetter

Es ist ein stiller Regentag,

So weich, so ernst und doch so klar,

Wo durch den Dämmer brechen mag,

Die Sonne weiß und sonderbar.

 

Ein wunderliches Zwielicht spielt

Beschaulich über Berg und Tal;

Natur, halb warm und halb verkühlt,

Sie lächelt noch und weint zumal.

 

Die Hoffnung, das Verlorensein

Sind gleicher Stärke in mir wach.

Die Lebenslust, die Todespein

sie ziehn auf meinem Herzen Schach.

 

Ich aber, mein bewußtes Ich,

Beschau das Spiel in stiller Ruh

Und meine Seele rüstet sich

Zum Kampfe mit dem Schicksal zu.

Gottfried Keller

 

lassen Sie hier sich überraschen

 

28.4.2020

 

Bitte entschuldigen Sie den sehr späten Eintrag, es ist schon 23.00 Uhr!

Daher hier unsere Empfehlung:

 

Wer sich nachts zu lange mit den Problemen von morgen beschäftigt, ist am nächsten Tag zu müde, um sie zu lösen.

Rainer Haak

 

Wir wünschen Ihnen eine gute Nachtruhe

 

27.4.2020

 

Bist du manchmal auch verstimmt,

drück dich zärtlich an mein Herze,

dass mir's fast den Atem nimmt,

streich und kneif in süßem Scherze,

wie ein rechter Liebestor

lehn ich sanft an dich die Wange

und du singst mir fein ins Ohr.

 

Wohl im Hofe bei dem Klange

Katze miaut, Hund heult und bellt,

Nachbar schimpft mit wilder Miene -

doch was kümmert uns die Welt,

süße, traute Violine!

Joseph von Eichendorff

 

Wenn Sie mögen hören Sie hier passend dazu: Das Violinkonzert von Jean Sibelius. Leidenschaftlich!

 

 

 

 

26.6.2020

 

Viel zu spät begreifen viele

die versäumten Lebensziele:

Freude, Schönheit der Natur,

Gesundheit, Reisen und Kultur.

darum Mensch, sei zeitig weise!

Höchste Zeit ist's! Reise, reise!

Wilhelm Busch

 

Da wir alle nicht reisen können augenblicklich, lassen Sie sich hier musikalisch davon tragen.

 

25.4.2020

Heute gibt es  lediglich einen Musiktip: hören Sie hier von Peteris Vasks "The fruit of silence" und genießen Sie die Größe und die Ruhe.

 

24.4.2020

Die Tür

... und vergiss nicht,

dass sich mitten im Schmerz

eine Tür auftut,

so groß nur,

wie dein kleiner Rest Freude.

 

Derst blickst du nur durch.

Dann steckst du den Kopf durch,

deine Hände, Arme

deine schultern seitlich,

dann springst du

im Hechtsprung durch.

 

Wenn du dich dann umdrehst,

findest du die Tür nicht mehr.

Ulrich Schaffer

 

Begleiten Sie heute als Abschluss der Reihe junger Sänger den Bariton Joshua Hopkins, der immer noch jung, aber schon ein paar Jahre "im Geschäft" ist. Wir haben hier  und hier  einige seiner ersten Aufnahen und dann hier und hier weitere, die

verschiedene Etappen seiner Karriere zeigen.

Wir wünschen viel Vergnügen!

 

23.4.2020

Trost und Tat

Ja wer wird denn gleich verzweifeln,

weil er klein und laut und dumm ist?

Jedes Leben endet. Leb so,

dass du, wenn dein Leben um ist,

 

von dir sagen kannst: Na wenn schon!

Ist mein Leben jetzt auch um,

habe ich doch was geleistet:

ich war klein und laut und dumm.

Robert Gernhardt

 

Heute möchten wir Ihnen Adela Zaharia vorstellen, eine junge Sopranistin aus Rumänien. Hören Sie sie

hier  mit der Wahnsinnsarie der  Lucia, aud Lucia die Lammermoor von G. Donizetti. Anfang des Jahres hat sie an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf mit großem Erfolg die Elvira in Bellinis "I Puritani" gesungen. Sie ist ein wirklich hoher Koloratursopran,- da kann man gespannt sein, wo es sie hin führt. Sie wäre sicher eine wundervolle Königin der Nacht!

 

 

 

22.4.2020

Blauer Schmetterling

Flügelt ein kleiner blauer

Falter vom Winde geweht,

Ein perlmutterner Schauer,

Glitzert, flimmert und vergeht.

So, mit Augenblicksblinken,

so im Vorüberwehn

Sah ich das Glück mir winken,

Glitzern, flimmern, vergehn.

Herrmann Hesse

 

Hören Sie heute eine junge kanadische Mezzosopranistin, Emily D'Angelo hier mit "Dopo notte" aus Händels Ariodante. Sie war die Gewinnerin des Wettbewerbes Operalia, von Placido Domingo 2018. Viel Vergnügen und bleiben Sie gesund und munter!

 

21.4.2020

In einer stürmischen Zeit.... an einem windigen Tag:

Was wärst du, Wind

Was wärst du, Wind,

wenn du nicht Bäume hättest

zu durchbrausen;

was wärst du Geist,

wenn du nicht Leiber hättest,

drin zu hausen!

All Leben will Widerstand.

All Licht will Trübe.

All Wehen will Stamm und Wand,

dass es sich daran übe.

Christian Morgenstern

 

 

Hören Sie heute hier Johannes Kammler mit "Mein Sehnen, mein Wähnen" aus "Die Tote Stadt" von Korngold und hier dem Barbier von Sevilla von Rossini

20.4.2020

"Binde 2 Vögel zusammen, sie werden nicht fliegen können obwohl sie nun vier Flügel haben."

Dschelaleddin Rumi (persischer Dichter 1207 - 1273)

 

Heute freue ich mich, Ihnen hier Jahub Jozef Orlinski vorstellen zu dürfen, ein junger polnischer Countertenor, der die heutige Zeit vertritt und dem es gelingt, auch junge Leute für die Oper zu begeistern....

Das Spannende an der Entdeckung junger Sänger ist immer, wie es dann für Sie weiter geht. In unserer Zeit in München hatten wir Gelegenheit, einige Karrieren in ihren Anfängen zu erleben. So haben wir z.B. hautnah das Debut von Anja Harteros an der Bayerischen Staatsoper miterlebt. Ebenso die ersten Vorstellungen dort von Dorothea Röschmann, Marcello Alvarez, Adrienne Piezconka und anderen. In seinen Gastspielen in Turin stand  Michael Busch verschiedentlich gemeinsam mit Jonas Kaufmann auf der Bühne, der da kurz vor seinem Durchbruch stand. Die gelingende Sängerkarriere hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab und es ist immer interessant, die Schritte, die ein Singender macht,  zu verfolgen. Viel  Vergnügen dabei!

 

19.4.2020

Das Veilchen

Das Veilchen,

zart und violett,

war Ehrengast auf dem Parkett,

und jeder rühmte seine Tugend,

seine Schönheit, seine Jugend.

 

Das Veilchen drauf, mit scheuer Miene

ihr lobt mich mehr, als ich verdiene.

Doch eine Tugend, die mich ziert,

die habt ihr völlig ignoriert.

Verbeugte sich nach edlem Brauch,

und sprach: Bescheiden bin ich auch.

Mascha Kaleko

 

Ab heute gibt es musikalisch eine Reihe mit "Jungen Stimmen" beginnend mit Long Long, einem jungen Tenor, hier zu hören im Finale "Neue Stimmen", einem Wettbewerb der Bertelsmann Stiftung. Genüssliches Schwelgen wünschen wir Ihnen!

 

 

18.4.2020

 

"Versuch stets, ein Stückchen Himmel über deinem Leben frei zu halten"!

Marcel Proust

 

Morgen wieder mehr ;-)!

 

17.4.2020

Wieder ein herrlicher Frühlingstag, an dem wir vorwiegend vorbildlich im Zimmer sitzen.... daher heute:

Der Frühling

Wie wundervoll ist die Natur!

Man sieht so viele Blüten,

auch sieht man Schafe auf der Flur

und Schäfer, die sie hüten.

Ein leises Lied erklingt im Tal:

der müde Wandrer singt es.

Ein süßer Duft ist überall,

nur hier im Zimmer stinkt es!

Heinz Erhardt

 

Bach mit Daniil Trifonov ist hier die heutige Musikempfehlung, ein ungewöhnlicher Pianist, der auf besondere Weise mit Musik und Instrument verschmilzt. Da lohnt es sich Weiteres anzuschauen z.B. hier  in einer ganz besonderen Konzertform.

 

16.4.2020

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,

die sich über die Dinge ziehn.

Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,

aber versuchen will ich ihn.

 

Ich kreise um Gott, den uralten Turm,

und ich kreise jahrtausendelang;

und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm

oder ein großer Gesang.

Rainer Maria Rilke

 

Die heutige Musikempfehlung finden Sie hier

Mendelssohn und die Thomaner

 

15.4.2020

die Liste wird immer länger,- und es scheint noch einige Zeit so zu gehen.

 

Heute etwas zum Schmunzeln,-mit Tiefgang,- und wenn Sie mögen zum selber Rezitieren ;-).

Nachtrag

Nun gut,

die Geschichte läuft,

Das Spiel wird gespielt

Alles ist gesagt

Ich habe nichts mehr nachzutragen.

 

Und das hab ich mir eigentlich immer gewünscht,

Dass ich eines Tages nichts mehr nachzutragen habe.

 

Also

Dass ich in der Lage bin

Nichts mehr nachtragen zu müssen,

Dass ich niemandem etwas nachtrage.

Mit anderen Worten,

Dass ich fähig werde,

nicht mehr nachtragend zu sein.

 

Sodass ich wahrhaftig sagen kann,

Ich habe nichts mehr nachzutragen

oder, ich trage niemandem etwas nach.

 

Und der Friede

Kann endlich

In mein Herz einziehen.

Hanns Dieter Hüsch

 

Im Vorbereitung zur Ihrer Rezitation könne Sie Ihre Atmung und Ihr Zwerchfell aktivieren durch folgende Übungen:

Hexenmantel:Sie stehen mit den Füßen hüftbreit und aufrecht und stellen sich vor in einen schönen samtigen langen Hexenmantel, für die Herren natürlich Zauberermantel! gekleidet zu sein. Einatmend öffnen Sie die Arme zur Seite und breiten damit den Mantel aus, ausatmend lassen Sie die Hände wieder sinken. 3-4 Atemzüge, das öffnet den Brustkorb für den Atem.

Konsonantentrampolin: artikulieren Sie mit Wonne und Energie einige p / t / k  daraufhin pp /tt /kk am Schluss dann pppp / tttt / kkkk. wenn Sie mögen.

Hierbei unbedingt den eigenen Kreislauf gut im Blick behalten!!!! also nicht zu lange

 

14.4.2020

Abendlied des Kammervirtuosen

Du meine neunte letzte Sinfonie!

Wenn du das Hemd anhast mit rosa Streifen....

Komm, wie ein Cello zwischen meine Knie,

Und lass mich zart in deine Seiten greifen.

 

Lass mich in deinen Partituren blättern,

(Sie sind voll Händel, Graun und Tremolo)-

Ich möchte dich in alle Winde schmettern

Du meiner Sehnsucht dreigstrichnes Oh!

 

Komm, lass uns duch Oktavengänge schreiten

(Das Furioso, bitte, nocheinmal!)

Darf ich dich mit der linken Hand begleiten?

Doch beim Crescendo etwas mehr Pedal!!

 

Oh deine Klangfigur! Oh die Akkorde!

Und der Synkope rhythmischer Kontrast!

Nun sehnkst du deine Lieder ohne Worte...

Sag einen Ton, falls du noch Töne hast!

Erich Kästner

 

 

Lassen Sie sich heute hier von Arthur Rubinstein und Chopin entführen!

 

13.4.2020

Heute leider erst sehr spät- pardon. Wir hoffen, Sie haben ein schönes, sicher außergewöhnliches Osterfest erlebt.

Goethes Osterspaziergang aus Faust 1 ist die Inspiration für heute als Rückblick auf die letzten Tage, in denen Sie hoffentlich das schöne Wetter genießen konnten. Wenngleich wir, anders als bei Goethe, auf die Abstandsregeln achten mussten (und sicher weiter müssen...). Ebenfalls anders als zu Goethes Zeiten kommen wir in unseren Wintern aber in den Genuss von Heizung und Licht und müssen nicht hungern. Man kann sich leicht vorstellen, dass zu der Zeit nach einem langen strengen Winter ein erster Spaziergang in der Sonne etwas ganz Besonderes war..

Nun hier die Szene

 

12.4.2020

Wir wünschen Ihnen allen FROHE OSTERN!!!!!!!

 

Frühlingsgruß

So sei gegrüßt viel tausendmal

holder, holder Frühling!

Willkommen hier in unserm Tal,

holder, holder Frühling!

Holder Frühling, überall

grüßen wir dich froh mit Sang und Schall.

 

Du kommst und froh ist alle Welt

holder, holder Frühling!

Es freut sich Wiese, Wald und Feld,

holder, holder Frühling!

Jubel tönt dir überall,

dich begrüßen Lerch und Nachtigall.

 

So sei gegrüßt viel tausendmal

holder, holder Frühling!

O bleib recht lang in unserm Tal,

holder, holder Frühling!

Kehr in alle Herzen ein,

lass doch alle mit uns fröhlich sein!

Hoffmann von Fallersleben

 

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen: genießen Sie die herrliche Natur!

 

11.4.2020

Etwas spät heute, aber das Stück ist unbedingt hörenswert und hebt ins Licht!

Lux aeterna von Morten Lauridsen hören Sie hier

 

Leise zieht durch mein Gemüt

Leise zieht durch mein Gemüt

Liebliches Geläute.

Klinge kleines Frühlinglied,

Kling hinaus ins Weite.

 

Kling hinaus bis an das Haus,

Wo die Veilchen sprießen.

Wenn du eine Rose schaust,

Sag, ich lass sie grüßen.

Heinrich Heine

 

 

 

10.4.2020

Heute ist Karfreitag.

 

Komm süßer Tod

1.Komm, süßer Tod, komm seel'ge Ruh

komm führe mich in Friede

weil ich der Welt bin müde,

ach komm, ich wart auf dich,

komm bald und führe mich

drück mir die Augen zu.

Komm, seel'ge Ruh.

 

2.Komm süßer Tod, komm seel'ge Ruh,

 im Himmel ist es besser,

da alle Lust viel größer,

drum bin ich jederzeit,

schon zum Valet bereit,

ich schließ die Augen zu.

Komm, süßer Tod, komm seel'ge Ruh.

 

5.Komm süßer Tod, komm seel'ge Ruh,

ich will nun Jesum sehen

und bei den Engeln stehen.

Es ist nunmehr vollbracht

drum, Welt, zu guter Nacht,

mein Augen sind schon zu.

Komm, süßer Tod, komm seel'ge Ruh.

Unbekannt

 

Vertont von J. S. Bach ein "Muss" an diesem Tag. Wenn Sie mögen auch in der Variation von Kurt Nystedt

 

Und dann  gibt es hier eine Verbindung zu einem Miserere mei, deus, von Gregorio Allegri aus den 1630 er Jahren.

Dieses Stück wurde lange Zeit ausschließlich in der Karwoche als erster Psalm der Laudes in der Sixtinischen Kapelle gesungen. Es war verboten, diese Musik zu kopieren, sodass eine Art Exclusivrecht für den Vatikan entstand. Mozart hörte es bei einem Besuch in Rom und schrieb es im Anschluss aus dem Gedächtnis auf. Damit wurde es in der ganzen damaligen Welt aufführbar. Genießen Sie dich besondere Dichte im Klang dieser Aufnahme.

 

 

9.4.2020

Im Vertrauen auf andere Zeiten:

 

Hoffnung ist nicht eben Optimismus, ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht.

Vaclav Havel

 

Das heutige Stabat Mater kommt von Karkl Jenkins,- und viele von Ihnen kennen es gut.

Sie finden den link hier:

Oder Sie nehmem Ihre eigene Aufnahme! Viel Genuss!

 

8.4.2020

Heute am frühen Morgen gab es herrliche Schäfchenwolen am Himmel ;-), daher gibt es heute:

Die leise Wolke

Eine schmale, weiße

Eine sanfte, leise

Wolke weht im Blauen hin.

Senke deinen blick und fühle

Selig sie mit weißer Kühle

Dir durch blaue Träume ziehn.

Hermann Hesse

 

Auch heute gibt es eine Einladung zu einem Stabat Mater, heute allerdings in einer Kompositiion von Arvo Pärt, der 1935 in Estland geboren wurde. Er arbeitete zunächst als Tonmeister beim estnischen Rundfunk bevor er 1980 zunächst nach Wien emigrierte. Später zog es ihn nach Berlin, dann zurück nach Estland. An einer Stelle in seinem Leben (1968 - 1976) hat er sich über 7 Jahre lang zurückgezogen, auf der Suche nach wirklich Neuem, nach einem ganz eigenen Stil. Dabei ist eine gravierende Reduktion der kompositorischen Mittel auf das Wesentliche herausgekommen, die seiner Musik eine essentielle Dichte verleiht. (Das erinnert vielleicht an "Siddharta" von Hermann Hesse.) Wenn Sie mögen, hören Sie auch den "Spiegel im Spiegel".

Aber nun hier sein Stabat Mater

 

 

7.4.2020

Du musst das Leben nicht verstehen

Du musst das Leben nicht verstehen,

dann wird es werden wie ein Fest.

Und laß dir jeden Tag geschehen

so wie ein Kind im Weitergehen

von jedem Wehen

sich viele Blüten schenken läßt.

 

Sie aufzusammeln und zu sparen,

das kommt dem Kind nicht in den Sinn.

Es löst sie leise aus den Haaren,

drin sie so gern gefangen waren,

und hält den lieben jungen Jahren

nach neuen seine Hände hin.

Rainer Maria Rilke

 

Heute laden wir Sie ein, das Stabat Mater von Pergolesi anzuhören,- in einer Aufnahme mit Philippe Jarrousky und Emöke Barath und Nathalie Stutzmann am Pult.Sie finden es hier

 

6.4.2020

 

Da wir uns in der Karwoche befinden, gibt es in den nächsten Tagen Musik, die in diese Zeit passt.

Für heute ist die Kreuzstabkantate von Johann Sebastian Bach zu hören, die er 1726 eigentlich für seine Frau Anna Magdalena Bach komponiert haben soll. Wir kennen sie aber heute nur als tief beeindruckendes Werk  für Bass, Chor und Orchester. Der Chor hat lediglich den Schlusschoral zu singen, "Komm o Tod du Schlafes Bruder" den Sie vielleicht aus dem Film "Schlafes Bruder" kennen.

In einer Aufnahme mit Peter Kooy und Philipp Heereweghe

hier

oder mit Dietrich Fischer Dieskau hier

 

 

5.4.2020

 

Heute mal etwas ganz anderes, genießen Sie Ella Fitzgerald und  Louis Armstrong hier und hier

und das herrliche Wetter!

 

4.4.2020

Heute gibt es 2 Sprüche, die auch als "Sprüche der Woche" gelten könnten zum Thema Mut.

Epikur:

"Ein einziger Grundsatz wird dir Mut geben, nämlich der, dass kein Übel ewig währt."     ;-)!!!!

 

Theodor Fontane:

"Zwischen Hochmut und Demut steht ein drittes, dem das Leben gehört, und das ist der Mut."

 

Wir wünschen Ihnen allen ein schönes, sonniges und gesundes Wochenende!

 

die heutige Musik finden Sie hier 

 

3.4.2020

 

3. und letzter Teil der Mörike Reihe: dies ist eines der Gedichte von Mörike, was so viel Feinheit und Zartheit birgt. Wieder hat Hugo Wolf ein farbenreiche, luftige Musik dazu komponiert. Hören sie unbedingt Elly Ameling damit!

 

Elfenlied

Bei Nacht im Dorf der Wächter rief: "Elfe!"

Ein ganz kleines Elfchen im Walde schlief,

wohl um die Elfe!

Und meint es rief ihm aus dem Tal

bei seinem Namen die Nachtigall,

oder Silpelit hätt' ihn gerufen.

 

Reibt sich der Elf die Augen aus,

begibt sich vor sein Schneckenhaus

und ist als wie ein trunken Mann,

sein Schläfchen war nicht voll getan,

 

und humpelt also, tippe tapp,

durchs Haslelholz ins Tal hinab,

schlupft an der Mauer hin so dicht

da sitzt der Glühwurm Licht an Licht.

 

"Was sind das helle Fensterlein?

darin wird eine Hochzeit sein:

die Kleinen sitzen beim Mahle

und treibens in dem Saale.

Da guck ich mal ein wenig 'nein.

 

Pfui! stösst den Kopf an harten Stein!

Elfe gelt, du hast genug? Guckuk!

Eduard Mörike

 

Und dann noch eine "Zugabe"!

Verborgenheit

Lass o Welt, o lass mich sein!

Locke nicht mit Liebesgaben,

lass dies Herz alleine haben

seine Wonne, seine Pein!

Was ich traure, weiß ich nicht,

es ist unbekanntes Wehe;

immerdar durch Tränen sehe ich

der Sonne liebes Licht.

 

Oft bin ich mir kaum bewusst

und die helle Freude zücket

durch die Schwere, die mich drücket,

wonniglich in meiner Brust.

Lass o Welt, o lass mich sein!

Locke nicht mir Liebesgaben,

lass dies Herz alleine haben,

seine Wonne, seine Pein!

Eduard Mörike

 

Natürlich gibt es auch das als Komposition von H. Wolf bei youtube zu hören.

 

 

2.4.2020

2. Teil der Mörike Reihe: Mörike, der zunächst Theologie studierte, wurde dafür kritisiert, dass er immer wieder auch phantastische Motive wählte und sich weniger in politisch äußerte.

Nixe Binsefuss

Des Wassermanns sein Töchterlein

tanzt auf dem Eis im Vollmondschein,

sie singt und lachet sonder Scheu

wohl an des Fischers Haus vorbei.

 

"Ich bin die Jungfer Binsefuss,

und meine Fisch wohl hüten muss,

meine Fisch' die sind im Kasten,

sie haben kalte Fasten;

von Böhmerglas der Kasten ist,

so zähl ich sie zu jeder Frist.

 

Gelt Fischermatz? gelt alter Tropf,

dir will der Winter nicht in Kopf?

Komm mit mit deinen Netzen!

die will ich schön zerfetzen!

 

Dein Mägdlein zwar ist fromm und gut,

ihr Schatz ein braves Jägerblut.

Drum häng ich ihr, zum Hochzeitsstrauss,

ein schilfen Kränzlein vor das Haus,

 

und einen Hecht von Silber schwer,

er stammt von König Arthus her,

ein Zwergen-Goldschmieds Meisterstück,

wer's hat dem bringt es eitel Glück:

er lässt sich schuppen Jahr für Jahr,

da sind's fünfhundert Gröschlein bar.

 

Ade mein Kind ade für heut'!

Der Morgenhahn im Dorfe schreit!"

Eduard Mörike

 

Zu hören bei youtube mit Sophie Karthäuser

 

Und passend dazu, auch wieder mal eine Übung:

Hexenmantel: Sie stehen hüftbreit, Knie sind durchlässig. Dann legen Sie Ihre Hände zu einer Mulde vor ihrem unteren Bauch übereinander, die Handflächen zeigen dabei nach oben.

Stellen Sie sich vor, Sie sind in einen schönen, etwas schweren Hexenmantel ( vielleicht dunkelblauer Samt ;-)  ) gehüllt, den Sie im Einatmen würdevoll öffnen. Dabei nehmen Sie die Hände über die Seiten weit auseinander bis  sie auf Schulterhöhe sind. Im Ausatmen sinken die Hände wieder zurück in die Ausgangsposition. Genießen Sie den Raum, der im Atem entsteht.

 

 

 

1.4.2020

Ab heute gibt es eine kleine Reihe:

Eduard Mörike und die phantastische Dichtung!

Mörike hat in seinem Schaffen immer wieder Zauberwelten und Fabelwesen eingesponnen.

Wussten Sie, dass er die Insel Orplid, die im Gesang Weylas so wunderschön beschrieben wird, gemeinsam mit seinem Kollegen J.A.Bauer und W. Waiblinger als Sehnsuchtsort entwickelt hat? In ihrer Vorstellung befand sich diese Insel im stillen Ozean zwischen Neuseeland und Südamerika (Mayers 1908). Sie war in der Phantasie der junge Männer bewohnt von allerlei Fabelwesen und Weylar war die Herrscherin.

 

Gesang Weylas

Du bist Orplid, mein Land!

Das ferne leuchtet.

Vom Meere dampfet dein besonnter Strand,

den Nebel, so der GötterWange feuchtet.

Uralte Wasser Steigen verjüngt um deine Hüften, Kind.

Vor deiner Gottheit neigen

sich Könige, die deine Wärter sind.

 

Zu hören bei youtube mit Anne Sophie von Otter oder Dietrich Fischer Dieskau

 

 

 

31.3.2020

Lampe und Spiegel

"Sie faule, verbummelte Schlampe!"

Sagte der Spiegel zur Lampe.

"Sie altes, schmieriges Scherbenstück!"

Gab die Lampe dem Spiegel zurück.

Der Spiegel in seiner Erbitterung,

Bekam einen ganz gewaltigen Sprung.

Der zornigen Lampe verging die Puste,

Sie fauchte, rauchte, schwelte und ruste.

Das Stubenmädchen ließ beide in Ruhe,

und doch- man schob ihr die Schuld in die Schuhe.

Joachim Ringelnatz

 

30.3.2020

Heute gibt es einen "Klassiker " im Vergleich.

 

Frühlingsglaube

Die linden Lüfte sind erwacht,

sie säuseln und weben Tag und Nacht,

sie schaffen an allen Enden.

O Frischer Duft, o neuer Klang!

nun armes Herze sei nicht bang!

Nun muss sich alles, alles wenden.

 

Die Welt wird schöner mit jedem Tag,

man weiß nicht, was noch werden mag,

das Blühen will nicht enden.

Nun blüht das fernste tiefste Tal:

Nun armes Herz, vergiß der Qual!

Nun muss sich alles, alles wenden.

Ludwig Uhland

 

Dazu empfehlen wir die Vertonung von Franz Schubert Frühlingsglaube mit Ian Bostridge, Tenor und J.Drake, Klavier und Felix Mendelssohn Bartholdy Frühlingsglaube, Op 9/8 mit Barbara Bonney Sopran und Geoffrey Parsons, Klavier anzuhören.

Viel Vergnügen!

 

 29.3.2020

Für alle, die gerne verreisen würden ;-)

Billige Reise

Ein Mensch holt sich für die bezweckte

Fahrt in die Ferien viel Prospekte,

Die, was verdächtig, unentgeltlich

In reichster Auswahl sind erhältlich

Und die in Worten, wie in Bildern

Den Reiz jedweder Gegend schildern.

Begeisternd sind die Pensionen,

In denen nette Menschen wohnen.

Ganz herrlich sind die Alpentäler,

wo preiswert Bett und Mittagsmähler.

Doch würdig reifer Überlegung

Ist auch am Meere die Verpflegung.

Es fragt sich nur ob Ost=, ob Nord=?

Und schließlich wie wär es an Bord?

Nicht zu verachten bei den Schiffen

Der Lockruf: "Alles inbegriffen!"

Der Mensch, an sich nicht leicht entschlossen,

Hat lesend schon genug genossen

Und bleibt, von tausend Bildern satt

Vergnügt in seiner Heimatstadt.

Eugen Roth

 

Körperübung des Tages:

Hefetreten: Sie stehen hüftbreit, gedanklich in einem großen Fass mit Hefeteig. Den kneten Sie genüsslich mit Ihren Füßen durch Verlagern Ihres Gewichtes vom rechten auf den linken Fuß. Die Füsse bleiben dabei auf dem Boden, Sie kleben ja schließlich am Teig fest. Genießen Sie die Bewegung im ganzen Körper, bis hinauf zum Kopf. Mit dieser Übung verankern Sie sich gut auf dem Fussboden.

 

 

28.3.2020

Freude

Freude soll nimmer schweigen.

Freude soll offen sich zeigen.

Freude soll lachen, glänzen und singen.

Freude soll danken ein Leben lang.

Freude soll dir die Seele durchschauern.

Freude soll weiterschwingen.

Freude soll dauern,

ein Leben lang.

Joachim Ringelnatz

 

 

Hörtip:

Elsa Dreisig, Sopran, Depuis Le Jour aus der Louise, Charpentier.

Hier eine kleine Unterstützung für Ihr Immunsystem: Tun Sie sich und Ihrer Seele Gutes und genießen Sie Musik, wann und wie immer Sie können. Und dabei kommt es nicht darauf an, welche Sie wählen. Genießen Sie es, sich berühren zu lassen.”

 

 

 

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