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Die Stimme - Fakten und Interessantes

Historisches

Es ist nicht von ungefähr, dass schon in der Antike Stimmtätigkeiten geschult wurden. In den Rednerschulen des römischen Staatsmannes und Rhetorikers Cicero gehörten Übungen der Stimmgebung zum Lehrstoff. Stimme kann Sympathien einbringen, durch sie kann man andere für sich gewinnen oder von sich abstoßen. An der Stimme können wir meistens sogar erkennen, ob jemand lügt oder die Wahrheit sagt (Mathelitsch/Friedrich 1995, S. 2).

 

 Stimmausdruck ist immer ein Stück Selbstdarstellung

‘Immer wenn wir mit einem Menschen sprechen, teilen wir etwas von und über uns selbst mit’ (‘Führen durch das Wort’ R. Lay). Wir nehmen an, dass der Klang der Stimme etwas über den Charakter unseres Gegenüber aussagt. Ganz sicher sagt er etwas über seine aktuelle Stimmung aus. "In der Tat liefert uns die Stimme eines Menschen viel mehr Hinweise auf seine Persönlichkeit als etwa die visuelle Erscheinung. Selbst die Augen, die oft als Spiegel der Seele betrachtet werden, können nicht so subtil und variantenreich die Persönlichkeit eines Menschen zum Ausdruck bringen, wie dies mittels der Stimme und Sprechweise möglich ist." ( Prof. W. Sendlmeier, KW, TU Berlin). Welche Folgerungen ergeben sich aus dieser Erkenntnis für die Kommunikation?

 

Die Stimme immer eine 'tragende' Rolle

In der analogen Kommunikation kommt der Stimme eine tragende Rolle zu. An der Stimme erkennen wir die Absicht des Sprechers. Der Satz "Endlich kommst du" wirkt anders, wenn er freudig und nicht im Zorn ausgesprochen wird. Also je nachdem wie Äußerungen sprecherisch gestaltet werden, erhalten sie für den Hörer verschiedene Bedeutungen. Zum Beispiel beurteilt ein gebildeter Mensch neue Bekanntschaften zu 40% nach dem Klang der Stimme. Je höher Bildungsgrad und Lebenserfahrung umso wichtiger wird die Stimme. Bei den über 50jährigen Akademikern bestimmt zu 56% die Stimme über Sympathie und Antipathie (Amon 2004, S. 19).

 

Sprechtraining für den Job, dünne Stimme - fettes Problem Spiegel online 13.08.13 

Eine Führungskraft mit Fistelstimme, ein hektischer Jurist, eine Absolventin mit Angst vor Vorträgen: Freies Sprechen gehört oft zum Beruf. Bei Stimmtrainern kann man es lernen. Doch gerade Managern ist Nachhilfe peinlich - sie erwarten einen zackigen Schnellkurs.Norbert Denk* ist ein Hüne von einem Mann, knapp zwei Meter groß. Vor einiger Zeit ist er zum Abteilungsleiter aufgestiegen, seitdem muss er jeden Tag Präsentationen halten. Er merkte schnell, dass etwas nicht stimmte. Hinter seinem Rücken wurde getuschelt, nach einigen Wochen bestellte ihn sein Chef zu sich. Es gebe Beschwerden. Seine Stimme sei zu dünn, er selbst dadurch nicht ernst zu nehmen. Keiner nehme ihn für voll. Spiegel Karriere online zum Thema Sprechtraining

 

 Was die Stimme den anderen über uns verrät Icon Stilmagazin 07.05.14

Von Scarlett Johansson als Computerstimme im Film "Her" zu lernen heißt auch sprechen lernen. Unsere Stimme kann verführerisch sein, aber auch verräterisch. Bestenfalls ist sie ein Erfolgsfaktor. Icon Stilmagazin zum Thema 'Stimme'

 

 Die Stimme in unserer Sprache

In unserer Sprache ist 'die Stimme' reich vertreten; als Redewendung und beschrieben: "seine Stimme kontrollieren", "verräterische Stimme", "mit tränenerstickter/zitternder Stimme", "eine heisere, angestrengte, dünne, schwache, helle, sonore, einschmeichelnd, schnarrende, arrogante Stimme", "Stimme hebt und senkt sich", "Unterton. Obertöne", "am Klang seiner Stimme erkennen", "die Stimme verschlagen", "Lippen-Radio", "Stimme wie ein Reibeisen", "da haste Töne" , "in diesem Ton lasse ich nicht mit mir reden", "eine Stimme bilden", "meine Stimme erheben", "aber Wie sie das gesagt haben!", "schreiende, brüllende Stimme".

Ohne unsere Stimme sind viele Sprachhandlungen nicht möglich. Unsere Stimme kann: "sprechen", "reden", "beschreiben", "erklären", "predigen", "schwatzen", "schreien", "flüstern", "plappern", "palavern", "säuseln", "schweinigeln", "informieren", "faseln", "dozieren", "salbadern", "beanstanden", "gestehen", "schimpfen", "streiten", "deklamieren", "mitteilen", "lügen", "loben", "fragen", "antworten", "plaudern", "erzählen".

 

Textauszüge: Über die Funktion der Stimme in der Kommunikation von Vazrik Bazil und Manfred Piwinger

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